typographische
zitate
Sprache wird durch Schrift erst schön.
Erik Spiekermann

Typographische
Gesellschaft
München e. V.

Elsenheimerstraße 48
80687 München

info@tgm-online.de
089.7 14 73 33

Buchbesprechung

Die Arbeit von Kilian Stauss

Rudolf Paulus Gorbach
15. April 2015
Der Stan­kowski-Preis 2015 wurde an den Designer Kilian Stauss verliehen, der seit (nunmehr) einem Jahr auch Vorsit­zender der tgm ist. Umso inter­es­santer ist das Buch, das zu diesem Anlass von der Stan­kowski-Stiftung veröf­fentlicht wurde. Es zeigt, dass Stauss nicht nur ein Produkt­de­signer ist, sondern dass er auch eine starke Beziehung zur Typo­grafie hat und diese auch in seinen Arbeiten zeigt.

Das Buch enthält verschiedene Arbeits­be­reiche von Stauss, die teilweise in die Archi­tektur hinein­reichen. Für eine Ausstellung in der Villa Stuck in München wurden beispielsweise Portale inter­pretiert, die einzelnen Gestaltern und Künstlern entsprechen könnten, z.B. so unter­schied­lichen Persön­lich­keiten wie William Morris, Giovanni Segantini, Louis Comfort Tiffany, Theo van Doesburg oder Max Ernst.

Für Typo­grafen besonders inter­essant ist das Leit- und Orien­tie­rungs­system des ehemaligen Olym­pischen Dorfes in München. Das Dorf wurde vor kurzem renoviert. Otl Aichers Team­arbeit bleibt dabei in Erin­nerung.

Die Buch­ge­staltung lebt von den sehr schönen Farben, die Stauss verwendet. Die Bilder sind gut bear­beitet und das Ganze wurde bei Kösel hervor­ragend gedruckt und gebunden. Raster und Typo­grafie sind eher starr und erinnern viel­leicht an die hfg ulm. Der raue Satz der sehr schmalen Spalten ist sorg­fältig gear­beitet. Alles in allem ein sehr schönes Buch. An der Mikro­ty­po­grafie könnte manchmal noch etwas gear­beitet werden.

Kilian Stauss
Stan­kowski Stiftung (Hrsg.)
Prozesse formen
kunst + design preis­träger der stan­kowski stiftung 2015

200 Seiten
45o Abbil­dungen
Birk­häuser Verlag, Wien 2015
ISBN 978–3–0356–0416–0
39,95 €

Weitere Blogbeiträge, die Sie interessieren könnten

Buchbesprechung

Ideen aus der Archi­tektur

Rudolf Paulus Gorbach

Die Beziehung zwischen Archi­tektur und Typo­grafie ist faszi­nierend und wird oft unter­schätzt. Viele Gestalter und Typo­grafen lassen sich von Struktur, Form und Klarheit zeit­ge­nös­sischer Archi­tektur inspi­rieren.

Buchbesprechung

Verlorene Illu­sionen: HfG Ulm

Rudolf Paulus Gorbach

Die Hoch­schule für Gestaltung war bereits zu ihrer Zeit ein Mythos und ist es bis heute geblieben. Sie hatte einen besonderen Ruf und es schwang immer mit, sie sei eine Nach­fol­gerin­sti­tution von Bauhaus. Christiane Wachsmann schildert die Geschichte der Ulmer Schule.

Buchbesprechung

Hocken in Ulm und anderswo

Rudolf Paulus Gorbach

Was zur Ikone wurde, begann ganz einfach aus dem Mangel und dem Willen zur Einfachheit. Der Ulmer Hocker: Wie er entstand, die Denk­­weisen, die ihn geprägt haben und was aus ihm in der Desi­gn­­ge­schichte geworden ist.

Der Ulmer Hocker: Idee – Ikone – Idol, 2023, Buchgestaltung: Tino Graß aus Pulheim
Buchbesprechung

Maß und Proportion in Le Corbusiers Modulor

Rudolf Paulus Gorbach

Beim Modulor handelt es sich um ein Propor­ti­ons­system, das zwar für die Archi­tektur geschaffen wurde, aber auch für andere Diszi­plinen wie die Typo­grafie brauchbar sein könnte.

Plakat über Die Modulor-Ausstellung 2023 im Le Corbusier Pavillon, Zürich. Für die Gestaltung des Plakates wurden Bildelemente von LeCorbusier benützt.
Buchbesprechung

Farb­ton­rezepte über­tragen

Rudolf Paulus Gorbach

Wie Farben wirken, ist tradi­tionell ein Streitpunkt – in der Druck­vorstufe messen wir lieber. Aber es gibt eine ältere künst­le­rische Tradition, die auf ästhetisch empfundene Erfah­rungen setzt. 128 Farben mit besonderem Gebrauchswert für Archi­tekten stellt Katrin Trautwein vor.

Event

Der Raum, weitaus größer als in der Typo­grafie

Rudolf Paulus Gorbach

Im über­füllten großen Saal im Haus der Archi­tektur sprach Stefan Behling vom Büro Norman Foster, London innerhalb einer Koope­ration zwischen tgm und der Baye­rischen Archi­tek­ten­kammer. »Zukunft bauen« hieß der Vortrag und es ging vor allem um die im Bau befindliche Stadt Masdar und dabei um eine ganz neue Dimension des Städ­tebaus.

Stefan Behling vom Büro Norman Foster – © Michael Bundscherer - flickr.com